Die Lipizzaner der Gastronomie
Besonders treffend analysiert fand ich folgenden Teil: "Der "gute Gast" zeichnet sich dadurch aus, da§ er niemals und unter keinerlei Umständen gegen die vorgegebene Etikette aufbegehrt oder dem Ober gar "Ezzes" geben will. Er bleibt, ganz im Gegenteil, stets bemüht, sein Wohlwollen mittels guter Manieren und diskret verabreichter Trinkgelder zu erhaschen. Kurzum, der "gute Gast" beweise immer seine lang geübte Anpassungsfähigkeit, die ihrerseits den milden Stolz des Obers ausmache, heist es im Vorwort zum Buch "Kaffeehäuser in Wien" von Thomas Martinek. Der "schlechte Gast" hingegen bleibt nach diesem Urteil ein Phänomen der Kaffeehausgeschichte, an dem schon die grö§ten Geister gescheitert sind. Betreten nach seinem verschollenen Bohnengetränk Ausschau haltend, das nicht und nicht kommen will, während ringsum alles genusvoll an den Tassen nippt, wird das Unglück des "schlechten Gasts" vollkommen, reklamiert er vielleicht nach zwanzig Minuten vergeblichen Wartens völlig deplaziert seine Bestellung - peinliches Schweigen. Nicht nur der Befragte, auch sämtliche seiner "guten Gäste" werden ihre Blicke sogleich angewidert abwenden - der Ober, um seine Dominanz anschaulich unter Beweis zu stellen, jene, um sich ihrer wohlerworbenen Privilegien zu erfreuen, heist es dort weiter."
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Patrick
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